Tag Management ist (k)eine Revolution

Die Angst vor der Revolution - Oder wie Tag Management Systeme das Management verunsichern

Das Thema Tag Management ist eigentlich nicht neu, zumindest nicht für Menschen, die sich mit Analytics Tools und Online Marketing befassen. Gerade die Abteilungen, die sich in Unternehmen um diese Bereich kümmern, können sich mit Tag Management Systemen ihre Arbeit deutlich einfacher machen.

Für diejenigen, die mehr darüber wissen wollen gibt es hier einen Beitrag: http://web-analytics-tools.com/news/78-tag-management/439-tag-management-was-ist-das-ueberhaupt.html

In letzter Zeit hat sich eine Vielzahl von Unternehmen mit dem Thema Tag Management Systeme (TMS) befasst. Sie interessieren sich vor allem für die „lebenserleichternden Möglichkeiten“, die der Einsatz eines TMS nachweislich mit sich bringt. Doch das heißt noch lange nicht, dass die Unternehmen auch bereit sind, ein solches System einzusetzen. Obwohl die Vorteile durchaus erkannt wurden, folgt daraus nicht GLEICH eine AKTION. Wobei "gleich" eher den Zeitraum von Halbjahren meint und "Aktion" den Prozess der grundsätzlichen Abwägung beschreibt.

Woran hapert es?
Klar, Kosten spielen wie immer eine Rolle. Und es herrscht eine grundsätzliche Skepsis vor. Dabei wird der Nutzen eines TMS gar nicht angezweifelt. Ganz im Gegenteil: Viele Unternehmen kennen konkrete Beispiele, wie der Einsatz eines TMS in anderen Bereichen die Prozesse deutlich beschleunigen konnte.

Die Skepsis der Manager kommt aus einer unerwarteten Richtung - zumindest für mich. Es ist die "Eigenständigkeit" oder "Freiheit" gegenüber der IT, die man jetzt nicht mehr so häufig braucht. Es geht um das Lösen aus der "Abhängigkeit" von der IT.

Die Skepsis wird geschürt durch die Möglichkeit der eigenständigen Implementierung von Tags. Eigentlich sollte ja das ein Vorteil sein, doch genau hier lauert die vermutete Gefahr: "Eigenständig", "mal schnell" einen Tag ins Tag Management System implementiert. Das allein klingt schon nach Revolution.

Durch den Einsatz eines Tag Management System kann die geregelte, durch die IT sorgsam geschützte Welt der Tags aus den Angeln gehoben werden. Nun könnten ja auf einmal vogelwild Codes oder Tags von jedermann eingebaut werden. Das .js des Tag Management System könnte immer größer werden, die Website dadurch langsamer. Und wer prüft überhaut die Tags? Tags von Affiliates, Tags von Kampagnen, 3rd Party Tags, die unter Umständen nicht dem deutschen Datenschutzrecht entsprechen. Ja sogar Tags, die vielleicht Profile von Usern erstellen könnten. Unvorstellbar!

Es könnte noch schlimmer kommen. Jeder Mitarbeiter könnte Usability Tests auf der Website durchführen. Durch die nun einfache Implementierung von Tags könnte jetzt problemlos gemessen werden, ob der Besucher die ganzen tollen Features der Website wirklich nutzt und sie für sich als nützlich empfindet. Oh mein Gott!! Warum denn den Besucher fragen? Die Marketingverantwortlichen kennen doch ihr Geschäft und auch ihre Kunden ganz genau. Wieso sollte man das empirisch überprüfen? Geht gar nicht!

Es könnte jemand auf die Idee kommen, ein weiteres – kostenfreies- Web Analytics Tool zu nutzen – zusätzlich zu dem kostenpflichtigen, das bereits im Einsatz ist. Das ist ja mittlerweile kein Problem mehr. Etwa um die AdWords für seine eigenen Aufgaben besser auszuwerten. Einfach so Google Analytics einsetzen, ohne auf den Datenschutz zu achten. Wofür gab es die ganzen Datenschutzaudits und Maßnahmenkataloge? Horror!

Hinter diesen teilweise überzogenen Ängsten stehen jedoch auch berechtigte Befürchtungen. Das Online-Marketing baut nun einfach selbst einen 3rd-Party Tag der Agentur ein, von dem niemand geprüft hab, ob er dem deutschen Datenschutz entspricht. Die Agenturen vertrauen, dass die Datenschutzrichtlinien eingehalten werden. Überprüfen tun sie es nicht. Doch schlussendlich ist der Betreiber der Website ist dafür verantwortlich, dass die Normen eingehalten werden, nicht die Agentur, die den Tag liefert. 

Auch durch den Einsatz eines weiteren Web Analytics Tools entstehen oft mehr Probleme als gelöst werden können. Oft entsteht der Eindruck, dass das aktuelle Tool den wirklichen Anforderungen nicht gerecht wird: zu komplex, zu unübersichtlich. Google Analytics hingegen könne jeder bedienen, heißt es dann.
Doch nicht das eingesetzte Tool ist das Problem, sondern die Unkenntnis darüber, was es leisten kann. Die wenigsten Mitarbeiter kennen die Funktionsweise, geschweige denn die Gründe, für welche Zwecke das Tool überhaupt angeschafft wurde. Die Mitarbeiter selbst wissen häufig gar nicht, was sie wirklich brauchen. Sie denken einfach, dass viele Kennzahlen und Metriken ihnen schon helfen werden. Ganz nach dem Motto: je mehr, desto besser.

Wie kann diese Irritation verhindert werden?
Durch Aufklärung, durch die Förderung der Mündigkeit der Rezipienten und durch regelmäßigen Austausch: Weihen Sie Ihre Mitarbeiter in den Sinn und Zweck bestimmter Maßnahmen ein, machen Sie sie nachvollziehbar, weisen Sie auf die Gründe und Konsequenzen hin! Etablieren Sie Strukturen, bestimmen Sie verantwortliche und eine Quality Controll. 

Dann müssen Sie auch keine Angst mehr haben, dass die eigenmächtige Implementierung von Tags durch die Mitarbeiter Ihre Online-Infrastruktur erschüttert. Zumal Zugriffsrechte technisch dies verhindern könnten. Doch die "Freiheit" und damit die Akzeptanz in das Tag Management Systems würde schwinden.

Eine doch recht einfache Erkenntnis. Also, was braucht man alles für die Implementierung eines Tag Management Systems?
Diese benötigt personelle Ressourcen und Zeit, für Überlegung, Gespräche, Austausch, Status Quo Ermittlung, Analyse, Auswertung, Planung, Konzeption und Umsetzung, Optimierung …

Und dies ist nicht vorhanden..., dann...

Es lebe die Revolution.

 

Überblick über den Markt der Tag Management Systeme folgen Anfang Mai 2015.

Top 1000 .de

ToolnameUsage
Google Analytics 44.03%
IVW 28.82%
Adobe Analytics 5.18%
etracker 5.1%
Piwik 3.76%

More details from traffic Web AnalyAcs Tools

Top 1000 .com

ToolnameUsage
Google Analytics 71.78%
Adobe Analytics 14.44%
Webtrends Analytics 3.15%
Coremetrics Ana 1.84%
Clicktale 1.71%

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