Adobes Big Data: Big Deal oder Big Bluff?

Der Hype um Big Data beherrscht mittlerweile nicht nur die IT-Branche. Der intelligente Umgang mit großen Datenmengen stellt auch werbetreibende Unternehmen und ihre Dienstleister vor große Herausforderungen. Auch Adobe verknüpft die Bewältigung dieser Aufgabe mit seinem eigenen Schicksal. Der IdealObserver hat untersucht, wie der Software-Gigant sich für diese Zukunft rüstet.

Über den großen Teich schwappen große Worte. „Big Data ist heute schon ‘the big deal’”, sagt Dr. Siddharth Shah, Director of Business Analytics bei Adobe in San Francisco. Und das meint er nicht nur mit Blick auf die Kunden des Unternehmens, sondern auf Adobe selbst bezogen: Big Data sei eng verknüpft mit der Zukunft Adobes, ja sogar mit der Zukunft des gesamten Internets und nicht zuletzt auch mit den Menschen, die Adobe braucht, um sich für diese Zukunft zu wappnen.

A) Wie also sieht Adobes Strategie aus?

B) Wie unterstützt der Konzern Kunden bei der Umsetzung?

C) Und welche konkreten Lösungen bietet er an?

 

A) Was ist die zentrale Strategie von Adobe?

„Big Data ist ein wichtiges Thema, mit dem wir uns bei Adobe intensiv beschäftigen“, sagt Andreas Helios, der den Bereich Enterprise Marketing Central Europe bei Adobe Systems verantwortet. Und er gibt der Aufgabe auch einen klaren Fokus: Die Herausforderung bestehe darin, große Mengen an online und offline gewonnenen Daten nicht nur zu sammeln, sondern sie zu analysieren, zu interpretieren und als Basis für eine Optimierung von Marketingaktionen zu nutzen.

„Unser Anspruch ist es, die zentrale Stelle zu sein, die Daten aus dem Digital Marketing‐Bereich sammelt und so mit anderen existierenden Informationen in Beziehung setzt, dass Marketers auf Basis der gewonnenen Erkenntnis bessere Entscheidungen treffen können“, sagt Helios.

B) Wie unterstützt Adobe seine Kunden bei der Umsetzung?

Das Thema Big Data ist für viele Unternehmen noch Neuland. Dabei könnten Firmen laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey & Company bei konsequenter Big Data-Analyse ihren Umsatz um bis zu 60 Prozent steigern. „Mit unseren Lösungen wollen wir dazu beitragen, dass Firmen rechtzeitig den Einstieg schaffen und erkennen, welches Potenzial, welche Möglichkeiten und welcher Mehrwert in Big Data stecken“, erläutert Helios.

Big Data stelle folglich vor allem Marketingverantwortliche vor große Herausforderungen. Doch Adobes Strategen sehen gerade darin neue Chancen für die Marketingmanager in werbetreibenden Unternehmen und erläutern diese im Rahmen des White Papers „The new CMO Challenge“.

Die zentrale Aufgabe der Marketingmanager, steht hier zu lesen, bestehe darin, die Komplexität von Big Data zu Geld zu machen. Im unübersichtlichen Kommunikationswirrwarr bestehend aus E-Mails, Chats, Foren oder dem Austausch in Sozialen Medien gelte es, jene Stimmen zu hören, die über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden.

Adobe unterbreitet nun fünf Vorschläge, wie Marketingverantwortliche mit diesen Herausforderungen umgehen sollten.

1) Bestimmung der „richtigen“ Informationen und Zusammenführung an einer Stelle

2) Suche nach einer skalierbaren Lösung, die die verteilten Informationscontainer zusammenfassen kann.

3) Echtzeit-Interpretation und Visualisierung

4) Tracking, wie viel Umsatz über einen bestimmten Kanal gemacht wurde

5) Gewöhnung an die neue Rolle

 

C) Adobes konkrete Lösungen: Inside und Media Optimizer

Welche konkreten Lösungen kann Adobe nun seinen Kunden für die Bewältigung der Aufgabe anbieten?

„Wir sehen uns bei Adobe als das zentrales Bindeglied zwischen der Erfassung von externen Kundendaten und der intelligenten Nutzung beziehungsweise Verknüpfung mit internen Systemen“, sagt Andreas Helios. „Dafür bieten wir übersichtliche Beschaffungs- und Analyse-Tools, die als Cloud-Services zur Verfügung stehen.“

Die passenden Angebote seien in der Lösung Adobe Analyticszusammengefasst, ein Bestandteil der Adobe Marketing Cloud. Dabei könne der Kunde entscheiden, wann er welche zusätzlichen Datenquellen hinzuschalten möchte, um ein differenzierteres Bild seines Segments zu bekommen.

Für Seshu Guddanti, Digital Marketing Strategy Consultant bei Adobe in San Francisco, ist Adobe Inside ein Schlüssel für diese Herausforderungen.

Insight, gehört ebenfalls zur Marketing Cloud, sei eine horizontal skalierbare Lösung, die große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten könne. Die Lösung sei äußerst kosteneffizient, da keine firmeneigene Hardware beansprucht würde. Insight verwende vorwiegend Visualisierungen, um Daten darzustellen und zu analysieren. Diese Visualisierungen machten Insight zu einem „mächtigen Tool“ für sequentielle event-basierte Analyse, schwärmt Guddanti. Insight verfüge über einen einfachen Mechanismus, Käuferschichten nach ihrem Verhalten oder ihren Eigenschaften zu segmentieren.

Die Chance, diese Erkenntnisse gewinnbringend einzusetzen, schafft Adobe Media Optimizer. Das Tool ist das erste universelle System zur Verwaltung von Anzeigenkampagnen in digitalen Medien wie Suchmaschinen, Display-Kanälen und sozialen Netzwerken. Die Software bietet Analyse- und Kontrollmöglichkeiten und Automatisierung für kanalübergreifendes Bid- und Kampagnen-Management.

Adobes Chef-Analyst Siddharth Shah sieht sein Unternehmen für die Herausforderung „Big Date“ bestens aufgestellt: „Wir haben wirklich starke Algorithmen, um großen Datenmengen so auswerten, dass Marketingverantwortliche daraus einzigartige Erkenntnisse gewinnen können.“

Fazit

Adobes Anstrengungen im Bereich Big Data lassen sich auf folgenden Nenner bringen: Wie bringe ich ein IT-Thema in die Köpfe der Marketingfachleute? Die Adobe-Strategen bezeichnen Big Data so oft und so hartnäckig als Freund der Manager, als könne man schon durch ständiges Wiederholen neue Tatsachen schaffen.

Adobe hat sich selbst sein Thema gesetzt: „Wir betrachten Big Data nicht aus interner Perspektive hinsichtlich internem Data Mining und interner Verwertung der gewonnenen Daten. Wir denken an externe Daten, an die Kundenperspektive“, sagt Andreas Helios. Durch diese Themenverengung Richtung Marketing sind Adobes Kompetenzen klar abgesteckt.

Adobe tut gut daran sich abzugrenzen. Denn Unternehmen wie IBM, Oracle oder SAS haben das Thema „Big Data“ seit langer Zeit für sich besetzt. Sie können das Thema auch in alle möglichen Bereiche, wie In-Memory Datenbanken, Finance Controlling, Human Resources, SPSS Anbindungen im Unternehmen tragen. Hier kann Adobe nicht mithalten und versucht es erst gar nicht.

Der Schwerpunkt der Adobe Lösungen liegen im Bereich Marketing. Der Cloud-Ansatz von Adobe, bei dem Schnittstellen zu anderen Systemen angeboten werden, öffnet neue Wege in den Enterprise Bereich.

Ein Kunde muss also nicht ausschließlich auf die Produkte von Adobe setzen, um davon zu profitieren. Er kann seine bewährten Lösungen behalten und die für ihn relevanten Tools nutzen. Mit dieser Strategie kann sich ein Kunde weiterentwickeln und hat einen Software-Partner zur Seite, der diesen Weg mitgehen will.

ADO Big Data Screenshot

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

Top 1000 .de

ToolnameUsage
Google Analytics 44.03%
IVW 28.82%
Adobe Analytics 5.18%
etracker 5.1%
Piwik 3.76%

More details from traffic Web AnalyAcs Tools

Top 1000 .com

ToolnameUsage
Google Analytics 71.78%
Adobe Analytics 14.44%
Webtrends Analytics 3.15%
Coremetrics Ana 1.84%
Clicktale 1.71%

More details from traffic Web AnalyAcs Tools

  • Ideal Observer
    - Strategic Development
    - Reports & Dashboards
    - Web Analytics
    - Treatment recommendation